Dehnungsfugen

Durch Austritt von Feuchtigkeit (Trocknungsschrumpfung) sind Baumaterialien Formveränderungen unterworfen, wenn diese verhindert werden, entstehen in der Baukonstruktion Zugspannungen.

Steinmaterialien wie Beton, Ziegelstein und Kalksandstein können zwar Zugspannungen aufnehmen, allerdings nur einen kleinen Teil der Druckkräfte. Eine Wand kann sich nicht nur durch Schrumpfen verformen, sondern auch wenn sie auf einem durchbiegenden Boden steht. Betonkonstruktionen biegen sich infolge des Kriechens des Betons (das „Setzen“ der Konstruktion) im Laufe der Zeit weiter durch, wodurch die Zugspannungen in der Wand noch weiter verstärkt werden. Um diese Rissbildung in Wänden zu vermeiden, sind Dehnungsfugen erforderlich, da sie einer Konstruktion „den Platz geben“, um sich verformen zu können.

CALDURAN Dehnungsfugen
Um Rissbildungen zu vermeiden, müssen bei allen Innenwänden in bestimmten Abständen Dehnungsfugen angelegt werden. Hierfür gibt drei Arten von Dehnungsfugen:

  • Kalte Dehnungsfugen; werden verwendet, wenn
    – Wände auf einem nicht-durchbiegenden Untergrund stehen
    – das Kalksandsteinmauerwerk nur geringe Schwindspannungen abtragen muss.
    Sie können nur geringe Schrumpfverformungen aufnehmen und haben eine Breite von ca. 1 mm.
  • Gefüllte Dehnungsfugen; ermöglichen Bewegungen in zwei Richtungen und werden immer in der Mitte einer Wand angebracht.
    So können sie Verformungen der umliegenden Konstruktionen gut abfangen und werden bei
    – durchbiegenden Untergründen
    – Wänden, bei denen ein erhöhtes Risiko von Setzungen besteht
    – Wänden, die durch eine Gebäudedehnungsfuge getrennt werden
    – Wandanschlüssen von neuen an alte Baukörper
    – akustisch entkoppelten Anschlüssen
    – Anschlüssen von nicht-tragenden Wänden mit tragenden Wänden genutzt.
    Gefüllte Dehnungsfugen sind ca. 10 mm breit und besitzen eine elastische Fugenfüllung.
  • Flexible Anschlüsse; sind Eck- oder Endanschlüsse und kommen bei
    – Kombinationen von Wänden auf durchbiegendem Untergrund mit Wänden auf nicht-durchbiegendem Untergrund
    – sowie dem Anschluss von Kalksandsteinwänden an Konstruktionen aus anderem Material zum Einsatz.
    Für die Trocknung der Konstruktion werden keine Trocknungsstreifen benötigt, da diese die Rissbildung fördern würden. Stattdessen sollte der Trocknungsvorgang durch Lüften natürlich verlaufen.

Kontrollierte Spannungsverteilung
Alle Stoßfugen müssen verklebt werden, um einen kraftschlüssigen Wandverband zu realisieren und somit die Spannungen kontrolliert in die Dehnungsfugen abgeführt werden können.

Verarbeitung Dehnungsfugena